GameCamp München: “Hiiroes”-Konzept - “Guitar Hero” auf einer neuen Ebene
Mit der Vorstellung eines neuen Spielekonzepts sorgte Frank Didszuleit auf dem GameCamp in München Ende Juni für viel Interesse. Der Internet-Gründer (United Domains) stellte seine Vision eines Musik-Spiels vor. Kern: Eine elektronische Gitarre, mit der man ähnlich wie bei Guitar Hero spielen kann - ohne jedoch an einer Konsole oder einem Fernsehgerät gefangen zu sein.
Didszuleit hat mit dem “Hiiroes” getauften Konzept den Anspruch, Menschen ein Instrument in die Hand zu geben, dass ebenso Spaß macht wie Guitar Hero, dabei aber Controller, Display und Instrument in einem einzigen Gerät vereint. Sieht der Prototyp derzeit noch nach billigem Plastikspielzeug aus, soll die Gitarre künftig in einem edlen, echten, Gitarren-Körper stecken und wie eine echte Gitarre den Spieler überall hin mitbegleiten können.
Das Konzept soll Mischung aus Spielspaß und Heranführung an echte Instrumente sein: “Ich will den Leuten das Gefühl geben, dass sie Gitarre spielen können, obwohl sie es nicht können.”
So bemängelt Didszuleit, dass man bei Guitar Hero nur fünf Tasten zur rechten Zeit drücken müsse. Mit dem Hiiroes-Konzept seien pro Tastendruck richtige Töne möglich, jede Taste lasse sich mehrfach belegen und man müsse tatsächlich Musik machen. Dazu verfeinere man derzeit zusammen mit dem Frauenhofer Institut die technische Basis des Prototypen.
Richtig Musik soll man mit dem “Instrument” machen können - vorstellen muss man sich das ungefähr wie ein Keyboard mit weniger Tasten im Gitarren-Körper. Die Technik steckt derzeit dann zwar noch in einer Guitar Hero-Gitarre, soll aber bald in echte Instrumente wandern um das Spielgefühl realistischer zu machen.
Während des Spielens untermalt Musik aus dem Lautsprecher des Gitarren-Körpers die eigenen Klänge. Über LEDs, die an jeder der fünf Tasten angebracht sind, wird der Spieler informiert, wann er welche Taste drücken muss. Drückt er nicht rechtzeitig oder falsch stoppt die Musik und setzt neu an.
Auch die “Hiiroes”-Gitarre kommt (derzeit) mit fünf Tasten aus, die allerdings sind mit unterschiedlichen Belegungen versehen: “Jedes Instrument kann heute über Keyboard gespielt werden. Was spricht dagegen, es künftig mit 5 statt 88 Tasten abzubilden?”, fragt Didszuleit.
Betrieben wird “Hiiroes” durch ein eigenes Linux-Betriebssystem, welches zusammen mit spielbaren Songs auf einer austauschbaren SD-Karte im Instrument steckt.
Gedanke dahinter: Über eine Online-Plattform können echte Musiker Songs zum (kostenpflichtigen) Download anbieten, die sich der “Hiiroes”-Spieler herunterladen und dann auf seiner Gitarre versuchen kann nachzuspielen. Jeder Song könne so mit drei Schwierigkeitsstufen versehen für die “Hiiroes”-Gitarre zum Download angeboten werden.
Die technische Hardware hat Didszuleit mittlerweile zum Patent angemeldet und sucht Partner wie Hersteller von Musik-Instrumenten, die sich auf die neue Spiele-Art einlassen wollen: “Das Patent ist auf fast jedes Instrument übertragbar, und so ist es auch geplant. Im ersten Schritt wollen wir aber erstmal eine Gitarre. Eine richtige.”
Angesprochen auf die Marktchancen gibt sich Didszuleit realistisch, aber positiv gestimmt: “Ein oder 0,5 Prozent des Guitar Hero-Marktes reichen doch schon”, so der Münchner. Und die Anwesenden Guitar Hero-Fans geben ihm Recht. Das Konzept sei neu, würde das musikalische Spielen auf eine höhere, neue Ebne bringen.
Ungeahnte Unterstützung für sein Konzept bekommt Didszuleit nun ausgerechnet von Rock Band- und Guitar Hero-Erfinder Harmonix. Dessen Creative Director Josh Randall zeigte sich jüngst in einem Interview überzeugt, dass Musikspiele in einigen Jahren auch ohne Konsole möglich sein werden. Hat Harmonix da Ähnliches im Kopf wie Frank Didszuleit? Dessen Idee käme gar ohne TV-Monitor aus, ganz so unterschiedlich scheinen die Ideen die der Deutsche und Randall da haben offenbar nicht zu sein?!
Frank Didszuleit XING, GamesDienst (Harmonix-Statement)

Interesting and informative. But will you write about this one more?
19.08.2009, 01:00 Uhr #