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GameCamp München: “Erfahrungen als Startup im Segment Browsergames” (Trollgames GmbH)

Dennis Reimer und Jascha Schubert von Trollgames sprachen in einer Session des GameCamp München am Samstag über die Erfahrungen mit ihrem Startup.
Mit dem Spiel Xhodon begeistert die Trollgames GmbH bereits 100.000 Nutzer in Deutschland. Im Oktober 2008 wurde aus dem Füssener Hobbyprojekt der Beruf der drei Gründer - demnächst startet die Expansion des Browsergames ins Ausland.

Finanziert haben die Gründer ihr Startup mit privaten Mitteln und der Hilfe von Business Angels. Daneben stehen für Projekte allerdings auch diverse Gründerprogramme zur Verfügung, die man bei Trollgames allerdings nicht in Anspruch genommen hat. Der Grund für diese Entscheidung läge vor allem im langsamen Entscheidungs- und Auswahlprozess bei derlei Förderprogrammen: “Wir sahen, dass es immer weiter und immer mehr wächst, und wollten schnell rein in den Markt. Wir wollten schnell drin sein, damit wir noch mit vorn dabei sind”, erklärte Mitgründer Jascha Schubert. Die Entscheidung auf Business Angels fiel allerdings nicht nur wegen des Geldes. So habe man auch manchen “Engel” in der Firma, der mit einer absoluten Minderheit beteiligt ist. Viel mehr zählte der Nutzen eines jeden Business Angels: Know How, Wissen und Kontakte seien beim Start eines Unternehmens extrem wichtig und können sich auf diese Art in die Firma geholt werden.
Business Angels sind dabei auch immer wesentlich mehr Förderer als Investoren. Einen Druck bezüglich der Rentite gäbe es von diesen bei Trollgames nicht, so Schubert auf Nachfrage von GamesDienst. “Wir haben bisher keine negativen Erfahrungen gemacht. Vielleicht ist das bei der ein oder anderen Firma so, aber das kommt dann sicherlich auch auf die Persönlichkeit an. Bei uns halten die Business Angels wenige Anteile an der Firma.”
Investoren, die sich über Venture Capital an der Firma beteiligen seien dagegen profitorientierter. “Man hat uns davor gewarnt”, erzählt Schubert und betont, dass man selbst noch kein Venture Capital aufgenommen habe. “In der Regel agieren die wesentlich aggressiver, die wollen das Unternehmen hochtreiben und ihren Anteil natürlich für massiv mehr Geld verkaufen.”

Schubert findet, dass sich Browsergames heute hervorragend für eine Gründung eignen. Die Anfangsinvestition ist gering, startet wie im Fall von Xhodon oder Pennergame als Hobby. Dazu kann man mit einem Browsergame unmittelbar auf das Feedback der Spieler reagieren, Features wieder wegnehmen oder implementieren. Etwas, das wesentlich günstiger ist als ein herkömmliches Spiel, bei dem man “einmal eine Entscheidung trifft, diese auf CD brennt und unter Umständen verliert”.

Zu oft sollte man die Richtung des Spiels oder sein Bild allerdings auch nicht ändern. Wichtig sei ein gutes Produkt, und so rät Schubert dazu, Leute in die Firma zu holen, die besser seien als man selbst. “Das ist nicht immer einfach, aber der Zweitbeste ist nicht gut genug.” Lieber, so der Marketing-Mann, solle man ein wenig mehr Zeit in die Suche investieren, statt den Zweitbesten zu nehmen.

Selbst am eigenen Spiel gearbeitet hat Trollgames für die aktuelle Version rund fünf Monate nach dem Start der Firma. Davor gab es bereits zwei Versionen des Spiels, die man als Hobby betrieb. Heute ist das Spiel mit 100.000 Spielern gut aufgestellt, wird auch von Bigpoint vermarktet und hat einen Anteil von 20 Prozent zahlender Nutzer - eine Zahl, auf die man zurecht Stolz ist.
Die größte Zahl der Nutzer - schätzungsweise 80 bis 90 Prozent - kommen über Mundpropaganda und die Empfehlung bestehender Spieler zu Xhodon. “Man braucht ein gutes Browsergame, sonst empfehlen es die Leute nicht weiter”, erklärt Schubert das Wichtigste. Ohne gutes Produkt bleibt kein Spieler da. Daneben sei die Community, die Spieler, extrem wichtig. So wichtig, dass sie gepflegt werden muss. Deshalb habt Trollgames von Anfang an einen Community-Betreuer in Vollzeit engagiert, der für Spieler den ganzen Tag über ansprechbar ist. “Die Community braucht Beschäftigung - Aktionen, Kommunikation - einen Ansprechpartner. Das ist wichtig.” Ein schönes Spiel und guter Support”, das sei der Schlüssel zum Erfolg.

Um neben der Mundpropaganda weitere Spieler zu gewinnen setzt man zum einen auf die Kooperation mit Bigpoint, zum anderen aber auch auf traditionelle Werbung - Affiliate-Marketing und Google AdWords.
Auf Affiliate-Marketing setzt man jedoch mit Vorsicht, da der Wettbewerb und damit der Preiskampf hier groß ist. Daneben sei die Qualität der generierten Anmeldungen bspw. mit Vorsicht zu genießen. Eine Affiliate-Maßnahme, die allerdings erst eine Aktion über eine normale Anmeldung hinaus geht und den Werber bspw. erfolgsabhängig vom generierten Umsatz eines geworbenen Spielers mit verdienen lässt, sei wesentlich besser und erfolgsversprechender. Derzeit setzt man vor allem auf Google AdWord. “Mit Google bist Du überall”, erklärt Schubert mit Hinblick auf die AdSense-Präsenz auf allen möglichen Hobby- und Spiele-Seiten. Portale seien ebenfalls wichtig, da diese über eine große Nutzerbasis verfügen, berichtet Schubert über die Kooperation mit Bigpoint. Wichtig hierbei sei allerdings ein verlässliches und vertrauenswürdiges, ausführliches Reporting und Monitoring der Spieletransfers, da die Portale natürlich an dem Umsatz beteiligt werden, die ihre Nutzer generieren.
Die Empfehlungen der eigenen Stammspieler honoriert Trollgames darüber hinaus mit einem integrierten “Stammbau”-System, bei dem Spieler über mehrere Ebnen an den finanziellen Transaktionen an von ihnen geworbenen Spielern beteiligt werden.

Derzeit fährt man bei Trollgames eine Ein-Titel-Strategie. “Die hat Vorrang”, so Schubert. Er zeigte sich überzeugt, dass man Xhodon auch langfristig für die Spieler interessant halten kann. Als nächstes sei außerdem der Markteintritt in andere Länder geplant, u.a. will man nach Polen expandieren. Deutschland sei allerdings der richtige Einstieg gewesen, “hier ist der Markt am größten was Browsergames angeht. Andere Länder sind da Deutschland noch ein wenig hinterher.” Wichtig sei, wie hier auch, ein Community-Manager und Ansprechpartner in den jeweiligen Ländern. Der soll die die Sprachbarriere mit der Community zu überwinden und für diese da sein. Die Marketing-Aktivitäten im Ausland plane man hingegen weiter von Deutschland aus und sieht keinen Sinn darin ein eigenes Büro in Polen aufzubauen.
“Wir setzen voll auf Browsergames. Wir sehen uns als Browsergame-Entwickler und wollen es auch bleiben”, schließt Schubert ab und zeigt sich zuversichtlich, dass Xhodon noch eine blühende Zukunft vor sich hat und wir in Deutschland im Browsergame-Markt weiter ein Wachstum erleben werden.

Thomas Gigold
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21.06.2009, 10:44 Uhr

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